H.Wielandt Portrait

Die mathematischen Tagebücher von Helmut Wielandt

Transkriptionen seiner Tagebücher
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Helmut Wielandt (1910 - 2001) studierte von 1929-1934 an der Berliner Universität und promovierte dort am 19.04.1934 unter der Betreuung von I. Schur und E. Schmidt. Danach war er in der Schriftleitung des Jahrbuchs über die Fortschritte der Mathematik beschäftigt. Am 01.04.1938 erhielt er eine Assistentenstelle an der Universität Tübingen, wo er am 16.02.1939 habilitierte und am 10.11.1939 zum Dozenten für Mathematik ernannt wurde.
Im September 1939 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und nahm an Kriegseinsätzen in Frankreich und Russland teil. Im Jahre 1942 wurde er auf Veranlassung der Luftwaffe zum Zweck theoretischer Arbeiten an das Kaiser-Wilhelm Institut für Strömungsforschung in Göttingen versetzt und dort auch 1945 unabkömmlich gestellt.
Nach Kriegsende kehrte er nach Tübingen zurück. Am 15.10.1946 wurde er zum außerordentlichen Professor für Mathematik (insb. Analysis) an die Univ. Mainz berufen. Am 24.02.1951 wechselte er dann er als Nachfolger von Konrad Knopp an die Univ. Tübingen, wo er bis zu seiner Emeritierung als ordentlicher Professor tätig war.

Helmut Wielandts mathematische Werke wurden von B. Huppert und H. Schneider herausgegeben und sind im De Gruyter Verlag erschienen.
Wielandt, Helmut Mathematische Werke/ Mathematical Works, Hrsg. v. Huppert, Bertram / Schneider, Hans, Band I 1994, Band II 1996


Helmut Wielandt hat viele Jahre lang mathematische Tagebücher geführt, in denen er einerseits neue mathematische Konzepte und Beweise aber auch Zusammenfassungen von Artikeln notierte. Viele dieser Eintragungen sind durch Fragen, Ideen und neue Resultate ergänzt worden.
Nachdem Helmut Wielandt im Februar 2001 in Schliersee verstorben ist, wurden diese Tagebücher und zahlreiche mathematische Korrespondenz von seiner Familie zur wissenschaftlichen Aufbereitung und Archivierung zur Verfügung gestellt.
Im September 2002 wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung dieses wissenschaftlichen Nachlasses an der TU Berlin und der Univ. Tübingen bewilligt, an dem neben den Antragstellern W. Knapp, V. Mehrmann und P. Schmid noch O. Holtz, H. Schneider und I. Ipsen sowie die Hilfskräfte I. Kocman , M. Loy und D. Juny mitgearbeitet haben bzw. arbeiten. Ziel dieses Projektes ist es, die Tagebücher und Teile der Korrespondenz zu transkribieren, im Internet der mathematischen Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, und einige Teile der Tagebücher in die Perspektive der heutigen Forschung zu stellen.

Erste Ergebnisse dieses Projekts sind die Publikationen:

O. Holtz, V. Mehrmann und H. Schneider
Potter, Wielandt, and Drazin on the matrix equation AB = /omegaBA: Some new answers to old questions
Preprint 2003-10, Institut für Mathematik, TU Berlin, 2003.
Erscheint in American Mathematical Monthly 2004.

V. Mehrmann und H. Schneider
Anpassen oder nicht? Die Geschichte eines Mathematikers im Deutschland der Jahre 1933-1950
Mitteilungen der Deutschen Mathematiker Vereinigung, No. 2, 20 - 26, 2002
Postscript-File     mit Faksimiles     ohne Faksimilies

Nun liegen außerdem die Transkriptionen einiger Tagebücher vor.